La Corona und die Biskaya

Geschrieben am 25. August 2011 von

So, nun ist ein großes Stück geschafft. Die Biskaya liegt hinter uns und wir liegen sicher vertaut in der Marina Real von La Corona. Wie es dazu kam: In Brest haben wir unverhofft eine Verbesserung der Wetterprognose am Samstagabend bekommen. Daraufhin beschlossen wir am Sonntagmittag auszulaufen und auf der Rückseite eines kleinen Tiefs, das sich in der östlichen Biskaya befand, mit nördlichen Winden loszusegeln. Geplant war zunächst West zu machen um vom Ärgsten, was das Tief mit sich bringen soll, freizukommen. Also los und erstmal kein Wind in der Region Brest. Wir liefen unter Motor und machten irgendwie kaum Fahrt nach längerem Nachdenken erkannte ich, dass wir wahrscheinlich irgendetwas im Propeller haben mussten. So bin ich kurzerhand in meinen Neoprenanzug gestiegen, habe mich mit einem Messer bewaffnet und bin Tauchen gegangen: Seegras, nicht zu knapp, hatte sich um den Propeller gewickelt, so dass er sich nicht mehr ganz öffnen konnte. Das Proplem war schnell gelöst und wir konnten mit normaler Geschwindigkeit weiter motoren. Am Abend gabs dann ein bisschen Wind und wir konnten Segeln bei sternenklarem Himmel und wunderbarem Mondschein. Zum Sonnenaufgang am Montag hat der Wind dann aufgefrischt und es gab schätzungsweise 5 Beaufort. Eine rasante Fahrt hieß das, allerdings von relativ hohen Wellen begleitet. Ich nahm die Genua weg und legte mich schlafen. Anna übernahm die Wache bis 11 Uhr. Schlafen war allerdings schwierig in einem Whiskeyshaker. Der Wind hielt den Tag über durch begeleitet von Regen. Mit Hilfe des Satellitentelefons machten wir nochmal ein Wetterupdate. Für Dienstag war eine Verbesserung angekündigt. Der Regen hörte am Montagabend auf und es gab eine rabenschwarze Nacht, bei der man kaum die Hand vor Augen gesehen hat. Am Dienstag dann Sonnenschein und leichten Wind aus Nordwest, der zwischenzeitlich einschlief und wir nochmal erneut 6 h motoren mussten. Gelegenheit für mich ausgiebig zu schlafen. Am Nachmittag kam Land in Sicht, dass wir aber erst um 4 h in der Frühe erreichten.

Nach La Corona sind wir in der Nacht nicht mehr gefahren, weil wir lieber eine näher gelegene Ankerbucht aufsuchten. Am Mittwoch Nachmittag sind wir dann bei keinem Wind die letzten 20 sm nach La Corona motort, wo wir nach den Hafenformalitäten (Pass, Bootspapiere) schön essen gehen wollten. Allerdings trauten wir unseren Augen nicht, als auf dem Teller etwa 7 kleinste Stücke Fleisch und 10 Kartoffelchips (die allerdings selbst gemacht waren) serviert wurden. Wir ließen uns nach dem Appetitanreger nochmals die Karte kommen. Anna nahm unter dem Grinsen des Kellners einen Salat und ich einen Hamburger. Dann ins Bett und erstmal richtig lange ausgeschlafen. Ich für meinen Teil muss sagen, die Biskaya war nicht wild, wie es in vielen Berichten immer geschrieben war. Weder viel Wind noch Nebel…aber es liegt ja immer alles am Wetter. Ach wie sieht es hier in Galicien aus: Ich würde sagen eine Mischung aus deutschem Mittelgebierge und Norwegen. Auf jeden Fall saftig grün…nicht so wie ich mir immer Spanien vorstellt habe.

Biskaya abgehakt (Im Hintergrund der Torre de Hercules, Wahrzeichen La Coronas)

Biskaya abgehakt (Im Hintergrund der Torre de Hercules, Wahrzeichen La Coronas)

3 Kommentare zu La Corona und die Biskaya